Zen-Meditation

Historie und Hintergründe

Von Helmut Rümke

 

Die Wurzeln des Zen haben eine 2.500 jährige Tradition. Über Indien, China, Japan und die USA gelangte dieses Wissen im vorletzten Jahrhundert durch u.a. christliche Vorreiter wie Pater Enomiya-Lassalle nach Europa. Im Zen enthalten ist die Verschmelzung von Konfuzianismus (Disziplin, Form), Taoismus (Balance, Yin & Yang) und Buddhismus (Stille, Meditation, Leidensabkehr). Es gibt in unserer Wahrnehmung nicht DEN Zen, immer nur EINEN Zen: Derjenige, der JETZT HIER authentisch praktiziert wird. Wie die Erfahrung des  Moments.

Klarheit, Respekt, Harmonie, Wahrhaftigkeit

Zen ist … anwesend sein – nah sein an seinem Wesen. Bewusst sein. Sich nicht im Außen verstricken und verwirren lassen, sondern im Innen verankern, um klar zu sein und zu handeln.

 

Zen ist die gezielte Beruhigung der emotionalen und begrifflichen Aktivitäten des Geistes, so dass Erkenntnis sich öffnen und zeigen kann.


Zen hat seine Wurzeln in Indien. Der bekannte Prinzensohn Shakyamuni Buddha  wird  landläufig  als Begründer der (Zen-) Meditation angesehen. Es raten jedoch seit Menschengedenken die Weis-heitslehrer aller Traditionen auf dem Weg vom Wissen zur Weisheit zur inneren Einkehr. Nach Innen "gehen" bedeutet hier, seine Aufmerksamkeit auf Körperwahrnehmung, Atem und Geistesregung zu richten. Gehe nach innen und lausche! Im übertragenen Sinne gehört Jesus Christus ebenso zu den Begründern. Befasst man sich eingehend damit, sind die Übereinstimmungen sehr viel größer als die Unterschiede. Man kann es Versenkung nennen oder Kontemplation, es ist mehr eine Frage des Zugangs, der Vermittlung und der nachhaltigen Praxis.

 

 

Zen im Christentum


Als Begründer des Zen in engeren Sinne wird Bodhidharma gesehen, der die „Philosophie der Selbstbetrachtung“ in China einführte. Drei große Strömungen fanden in dieser Zeit zusammen: Konfuzianismus (die Strenge, Disziplin und Form), der Taoismus (Balance von Ying und Yang) und der Buddhismus (Sitzen in Kraft und Stille, bewusste Abkehr vom Leiden, Geistesschulung). Daraus entwickelte sich im Folgenden alles, was mit Qi (Chi-Lebensenergie) zu tun hat. Chi Gong, Tai Chi. Kampf, Medizin, Achtsamkeit, Lebensführung. Wer seinen  Körper erkennt, erkennt seinen Geist – über den Atem als Bindeglied. Der Weg ging dann weiter über Japan (Samurai), dann in die USA (sehr breit angelegte Zen-Kultur) und dann seit dem frühen 20. Jahrhundert ist Zen auch in Europa zu finden. In Europa gilt Pater Hugo Enomiya-Lassalle als Vorreiter des Zen, später auch Pater Williges Jäger, mit dem wir über Zen@work verbunden sind. Was die meisten Menschen überrascht: Über die christlichen Bezüge ist Zen hier zu uns nach Europa gelangt! Zen ist bis heute sehr tief im Christentum verankert.

 

Sich in Form bringen


Diese Entsprechung ist mit Form gemeint. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Später, wenn man das nicht mehr nur glauben muss, sondern selbst „erfahren“ hat, kann man die Form weitestgehend vernachlässigen. Sie ist nie Selbstzweck! Hat man das einmal "am eigenen Leibe" erfahren, weiß man darum und nutzt diese Unterstützung der Form sehr gern und will sogar mehr Form. Oft haben wir das in unseren Seminaren erlebt. Körper und Geist über die Zen Meditation zusammenzuhalten, das ist eine wunderbare Möglichkeit, sein Glück zu finden. Dazu muss man keiner Tradition, ob Rinzai oder Soto, angehören.

Zen ist transreligiös, d.h. es gibt starke christliche Wurzeln wie auch Wurzeln in fast jeder Religion. Daher wird Zen hierzulande am meisten in Klöstern praktiziert, zur Vertiefung des Glaubens. Das hat seinen Grund darin, dass die Praxis der Zen Meditation als geeignet empfunden wird, Kontemplation oder Beten in einer gewünschten Tiefe und in einer „Herzensberührung“ zu erfahren. Das wird jedoch jeweils in Abhängigkeit der Glaubensrichtung unterschiedlich gesehen.
Sucht man das Verbindende und nicht das Trennende, gelangt man schnell zum Beweis. Ein Buch, das im Detail eine Gegenüberstellung von Christentum und Buddhismus liefert. Es hat den wunderbaren, scheinbar paradoxen Titel: „Jesus, der Zen-Lehrer“. Unsere Erfahrung ist, dass viele Menschen dies nicht wissen und den Zen rein der buddhistischen Tradition zuordnen. 

 

Innen wie außen. Außen wie innen?


Die Form der Körperhaltung spielt im Zen eine bedeutsame, jedoch nicht ganz einfache Rolle, weil sie für den europäischen Geist zu Beginn ungewohnt ist. Dabei gibt auch unsere Kultur sehr viele Hinweise darauf, wie man „Sich in Form bringen“ kann. Form bedeutet aber in der Erfahrungslehre des Fernen Ostens nichts weiter als die Unterstützung der Erkenntnislage des Geistes durch den Körper zu erfahren, die Körperhaltung. Oder: "Wie du dich körperlich hältst (Haltung), so erlebst du dich im Innen" und daraus wird Handeln (Verhalten).


Zen Meditation im Rahmen von leadership-meditation


Wir setzen auf Erfahrung und meinen, dass es gut ist, um die Hintergründe der Zen Meditation zu wissen. Wir möchten gern die Erfahrung weitergeben, dass regelmäßiges Innehalten etwas sehr Wertvolles ist. Mehr noch: Sich regelmäßig eine aktive halbe Stunde bewusste Auszeit für Körper und Geist zu schenken, ist unverzichtbar geworden. Wer sich im Außen stark engagiert, braucht diesen Zugang im Innen. Zen Meditation kann so ein Zugang sein.

Wenn man "mit dem Herzen dabei ist" gibt es dann wieder mehrere Wege. Die Wege, die wir ergänzend zur Intensivierung der Zen-Meditation bevorzugen, sind aus eigener Erfahrung heraus entstanden: Amo Breathwork von Dr. Christina Kessler und MBSR, die ebenfalls im Zen fußende Form zur gezielten Erforschung des eigenen Wesens, mit dem Schwerpunkt Achtsamkeit.
Wir lehren, sich selbst in der Stille auszuhalten, in der Meditation. Auszuhalten, was ist. Sich zu beobachten dabei, zu beobachten, was ist. Anzunehmen, was ist. Sich dabei zu beobachten, wie man annimmt, was ist. Eine junge Bestseller-Autorin bringt es frisch auf den Punkt. "Lassen Sie Ihr Gehirn nicht mehr unbeaufsichtigt!“

Der Irrtum vieler traditioneller Bewegungen liegt in unserer Wahrnehmung darin, dass man dieses Ereignis in ein hierarchisches Gefüge überträgt. Um Stufen zu erklimmen, um in Zukunft zu etwas Bestimmtem zu werden, etwas zu erreichen. Manchmal vielleicht auch, um sich ein Stück unbemerkt mit Zielen zu verbinden und verbinden zu lassen, die vielleicht im Innersten doch nicht die eigenen sind.

Viel Asche, wenig Feuer? Das kann jeder nur für sich selbst entscheiden!
Genaues Hinschauen lohnt. Die Zeit ist reif für ein neues Miteinander.
Zen ist offen und klar, erfindet sich immer wieder neu, frei von jeglicher Weltanschauung.



Wenn Sie gerade zu diesem Aspekt Fragen haben, gehen Sie in Kontakt mit uns.

 

 

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